Eine Fasssauna oder ein Saunahaus im Garten ist kein Möbelstück, sondern ein kleines Bauprojekt. Wer es in der richtigen Reihenfolge angeht, erspart sich Rückfragen vom Bauamt, eine Spedition, die nicht in die Einfahrt kommt, und ein Fundament, das nachträglich gegossen werden muss. Dieser Artikel geht die Schritte der Reihe nach durch – vom Standort bis zum ersten Anheizen.
1. Standort wählen
Suchen Sie einen Platz, der eben ist oder sich eben machen lässt, auf dem sich kein Regenwasser sammelt und der vom Haus aus gut erreichbar ist – im Winter barfuß über den Rasen ist weiter, als man denkt. Denken Sie an die Sicht zum Nachbarn und bei einem Holzofen an die Rauchfahne; der Schornstein sollte nicht auf die Nachbarterrasse zeigen.
Prüfen Sie außerdem den Weg vom Bordstein bis zum Standort: Fasssaunen werden teils vormontiert geliefert und müssen über Rasen, Kies oder durch ein Gartentor an ihren Platz.
2. Baurecht klären
Ob eine Gartensauna eine Baugenehmigung braucht, regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslands. Kleine Gebäude ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätte sind bis zu einer bestimmten Größe – je nach Land 10 bis 75 m³ umbauter Raum – oft verfahrensfrei. Ein Holzofen gilt als Feuerstätte und kann die Verfahrensfreiheit aufheben. Unabhängig von der Genehmigung gelten Abstandsregeln zur Grundstücksgrenze, meist 3 m, in manchen Ländern mit Ausnahmen für Grenzgaragen und Nebengebäude bis 9 m Länge.
Dazu kommen Bebauungsplan, Gestaltungssatzung und bei Eigentümergemeinschaften die Zustimmung der Miteigentümer. Der sicherste Weg: Rufen Sie beim Bauamt Ihrer Gemeinde an, nennen Sie Außenmaße, Höhe, Ofenart und Standort und lassen Sie sich die Auskunft kurz schriftlich geben.
Achtung
Bestellen Sie die Sauna erst, wenn das Baurecht geklärt ist. Ein nachträglicher Rückbau ist teuer, und für eine bereits aufgebaute und benutzte Sauna kann nach einem Widerruf Wertersatz fällig werden.
3. Fundament anlegen
Eine Sauna braucht einen ebenen, tragfähigen und möglichst frostsicheren Untergrund. Drei Varianten sind üblich:
- Punktfundamente: Betonfundamente an den Auflagepunkten der Bodenbalken, meist 80 cm tief für Frostsicherheit. Günstig und ausreichend für Fasssaunen und kleine Häuser.
- Streifenfundament: Betonstreifen unter den tragenden Wänden. Für größere Saunahäuser mit Vorraum.
- Plattenfundament: Eine durchgehende Betonplatte oder gepflasterte Fläche mit verdichtetem Schotterbett. Am einfachsten für den Aufbau und für die spätere Reinigung.
Welche Variante der Hersteller empfiehlt und welche Auflagepunkte das Modell hat, steht in der Aufbauanleitung – fragen Sie uns danach, bevor Sie gießen. Planen Sie das Fundament einige Zentimeter größer als die Grundfläche und lassen Sie unter dem Boden Luft, damit das Holz hinterlüftet wird. Eine Fasssauna steht auf Auflagebalken oder einem Stahlgestell; auch die brauchen eine ebene, feste Fläche.
Praxis-Tipp
Legen Sie das Fundament mindestens zwei Wochen vor dem Liefertermin an, damit der Beton aushärten kann. Dann kann die Sauna direkt vom Abladeplatz auf ihren Platz.
4. Holzofen oder Elektroofen
Beide Ofenarten haben ihren Charakter – und ihre Anforderungen.
Holzofen: Braucht keinen Stromanschluss, heizt mit Scheitholz und erzeugt die Atmosphäre, die viele mit einer Gartensauna verbinden. Der Ofen muss eine Typprüfung nach der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) haben; die Bescheinigung liegt dem Ofen bei oder ist beim Hersteller erhältlich. Den Schornstein und die Feuerstätte nimmt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ab, bevor Sie das erste Mal anheizen. Sprechen Sie ihn früh an: Er sagt Ihnen, welche Schornsteinhöhe und welche Abstände zu brennbaren Teilen nötig sind. Das Anheizen dauert 45 bis 90 Minuten, Scheitholz muss gelagert werden.
Elektroofen: Bequem über die Steuerung zu bedienen, keine Abnahme durch den Schornsteinfeger, dafür ein 400-V-Anschluss im Garten. Dafür wird ein Erdkabel vom Hausanschluss zur Sauna verlegt, mit eigener Absicherung und Fehlerstromschutz; den Anschluss übernimmt eine Elektrofachkraft, und bei vielen Herstellern ist das Voraussetzung für die Garantie. Saunaöfen für Gartensaunen leisten meist 6 bis 9 kW. Kalkulieren Sie die Kosten für Kabel und Elektriker ein – bei längeren Wegen sind sie ein spürbarer Posten.
5. Lieferung als Überlänge
Fass- und Gartensaunen kommen als Speditionsware mit Überlänge: Die Packstücke sind oft länger als 2,40 m, und das Gewicht liegt je nach Modell zwischen 400 und 700 kg, manchmal mehr. Daraus folgt:
- Der Lkw braucht eine befahrbare Zufahrt – keine Spielstraße, keine enge Sackgasse ohne Wendemöglichkeit, keine Straße mit Gewichtsbeschränkung. Ist Ihre Straße eng, sagen Sie es uns vor der Bestellung.
- Abgeladen wird frei Bordsteinkante, mit Hebebühne oder Mitnahmestapler. Den Weg vom Bordstein zum Fundament organisieren Sie: mit mehreren Helfern, Rollen und Tragegurten oder, bei vormontierten Fasssaunen, mit einem Minikran oder Radlader.
- Die Spedition ruft vorher an und vereinbart den Termin. Sagen Sie ihn so früh wie möglich ab, wenn er nicht passt; kurzfristige Verschiebungen können Kosten verursachen.
- Die Lieferzeit beträgt bei Gartensaunen meist mehrere Wochen ab Zahlungseingang. Die Angabe steht beim Modell; planen Sie mit Spielraum.
Bei uns ist die Lieferung in Deutschland versandkostenfrei. Alles Weitere steht unter Lieferung und Aufbau.
6. Aufbau
Saunahäuser kommen als Bausatz mit nummerierten Wandbohlen oder Elementen; der Aufbau dauert zu zweit oder zu dritt ein bis zwei Tage, je nach Größe und Übung. Fasssaunen gibt es als Bausatz oder vormontiert; der Bausatz wird Daube für Daube um die Böden gelegt und mit Spannbändern zusammengezogen. Wichtig sind eine Wasserwaage, ein Gummihammer und Geduld beim Ausrichten der ersten Reihen – alles Weitere folgt der Anleitung. Ofen und Schornstein beziehungsweise Elektroanschluss kommen zum Schluss.
7. Holz schützen
Streichen Sie das Außenholz vor oder kurz nach dem Aufbau mit einer Lasur oder einem Holzöl für den Außenbereich und wiederholen Sie das alle ein bis zwei Jahre; das Innenholz bleibt unbehandelt. Thermoholz und Zeder sind von Natur aus widerstandsfähiger, brauchen aber ebenfalls eine Hinterlüftung und ein dichtes Dach, etwa mit Bitumenschindeln.
Checkliste vor der Bestellung
- Standort gewählt, Weg vom Bordstein geprüft
- Baurecht beim Bauamt geklärt, Grenzabstände eingehalten
- Fundamentart mit der Aufbauanleitung abgestimmt
- Ofenart festgelegt; Schornsteinfeger oder Elektrofachkraft angesprochen
- Zufahrt für den Lkw vorhanden, Helfer für den Liefertag eingeplant
- Lieferzeit mit Spielraum in den Kalender eingetragen
Wenn Sie bei einem Punkt unsicher sind, rufen Sie uns an. Wir gehen die Liste mit Ihnen durch und sagen Ihnen auch, wenn ein Modell für Ihren Garten nicht die richtige Wahl ist.